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Lebenslauf schreiben - Tipps und Tricks ūüí°

Autor: Francoise Hauser
Quelle: monster.ch

Bewerbung: Gute Antworten auf merkw√ľrdige Fragen

Job Interview Bild

Sinn und Zweck eines Bewerbungsgespr√§chs ist es, Bewerber und potenziellem Arbeitgeber eine Gelegenheit zu geben, sich gegenseitig abzuklopfen. Theoretisch zumindest. In der Praxis ist es nach dem Gespr√§ch meist der Bewerber, der weiterhin nach Antworten sucht. Oder wann haben Sie das letzte Mal den Personalchef gefragt, wie er seinen F√ľhrungsstil beschreiben w√ľrde?

Vier Fragen f√ľr alle

F√ľr das Unternehmen geht es im Grunde genommen darum, anhand eines pers√∂nlichen Eindrucks, die vier wichtigen Grundfragen zu kl√§ren: H√§lt er, was er in der schriftlichen Bewerbung verspricht? Wird er ins Team passen? Passt er auf die ausgeschriebene Stelle? Bleibt er bei uns, oder ist er nur auf der beruflichen Durchreise auf dem Weg nach oben oder zur wirklichen Berufung?

Doch wie bekommt man eine m√∂glichst echte Antwort auf diese Fragen? Mit der Ehrlichkeit ist es selbst bei integeren Bewerbern so eine Sache: Wer gibt schon zu, dass ihm der potenzielle Arbeitgeber kein bisschen am Herzen liegt und die Bewerbung eher aus der Angst vor dauerhafter Arbeitslosigkeit geboren wurde, als aus der Leidenschaft f√ľr genau diesen Job?

Floskelhaftes Frage-Antwort-Spiel

In vielen Bewerbungsgespr√§chen geht es also darum, der Wahrheit irgendwie dennoch auf die Spur zu kommen. Zum Beispiel durch offene Fragen: "Erz√§hlen Sie uns ein wenig √ľber sich" oder "Fassen Sie doch nochmal kurz ihren beruflichen Werdegang zusammen" sind Steilvorlagen f√ľr eine kleine Selbstpr√§sentation. Schwieriger wird es bei undurchsichtigen Fragen oder Fangfragen, die wie bei einem Psychotest aufdecken sollen, wenn der Kandidat allzu lax mit der Wahrheit umgeht.
Dummerweise hat sich in dieser Disziplin l√§ngst ein fester Kanon von Fragen etabliert, der einerseits ausf√ľhrlich in Fachb√ľchern f√ľr Personaler behandelt wird, andererseits aber auch in der Ratgeber-Literatur f√ľr Bewerber, wo die mannigfaltigen "korrekten" Antworten auf genau diese Fragen diskutiert werden. Kein Wunder, dass viele Bewerbungsgespr√§che ins Floskelhafte abrutschen. Ger√§t man als Bewerber an einen Interviewer, der genau diese Antworten erwartet, muss das nicht negativ sein. Die h√§ufig anzutreffende Mahnung "Personaler erkennen Standardantworten sofort und hassen sie" ist nur begrenzt richtig. Immerhin belegen Standardantworten, dass der Bewerber sich vorbereitet hat. Dummerweise schrumpft die Zahl derer, die sich damit zufriedengeben. Wie also lassen sich Floskel-Dialoge umgehen?

Hinter die Fragen blicken

Ein sch√∂nes Beispiel hierf√ľr ist die beliebte Frage "was hat sie an Ihrem letzten Arbeitgeber besonders gest√∂rt". Es w√§re dumm, hier einen wirklichen Grund anzugeben: F√ľr "mein Chef war unertr√§glich" oder "ich habe die Kollegen nicht mehr ertragen" gibt es trotz erkennbarer Ehrlichkeit keine Pluspunkte. Auch die ungef√§hrlichen Standardantworten wie "ich w√ľrde mich gerne weiterentwickeln" kennt der Personaler mit Erfahrung nach dem zehnten Gespr√§ch auswendig. Die einzige Chance dieser misslichen Lage zu entrinnen, ist die eigentliche Intention hinter der Frage zu erkennen. Worum geht es wirklich?
In diesem Fall will der potentielle Arbeitgeber erfahren, ob Sie √ľber ihren letzten Arbeitgeber herziehen und es daher eines Tages vielleicht √ľber ihn tun. In so einem Fall darf man durchaus auch einmal zu erkennen geben, dass man das Ziel der Frage erkannt hat: "Sicher m√∂chten Sie wissen, ob ich √ľber meinen letzten Arbeitgeber negativ spreche. Ich m√∂chte eigentlich lieber die ausgeschriebene Stelle und neue Herausforderungen diskutieren". Oft sind die m√∂glichen Antworten sogar noch ein wenig einfacher. Im Grunde lassen sich fast alle Fragen auf die oben erw√§hnten f√ľnf Grundfragen reduzieren - und damit auch beantworten.

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